Amanda Gorman

Münster, 15. Februar 2021

“I’m the daughter of Black writers who are descended from Freedom Fighters broke their chains and changed the world. They call me.” Mittels dieses Mantras bereitet sich Amanda Gorman auf öffentliche Auftritte vor. In Los Angeles aufgewachsen, unterstützte ihre alleinerziehende Mutter die literarischen Ambitionen des Kindes. Aufgrund eines Sprachfehlers und einer Hypersensitivität gegenüber Geräuschen, verbringt Amanda einen Großteil ihrer Zeit lesend und schreibend. Sie studiert u.a. historische Reden, zum Beispiel Abraham Lincolns, und verarbeitet aktuelle Ereignisse, wie den Sturm auf das Kapitol, in ihren Gedichten. Mithilfe einer Art Selbsttherapie gelang es ihr, den Sprachfehler loszuwerden. Amanda bemerkt, dass sie den Song „Aaron Burr, Sir“ aus dem Musical „Hamilton“ benutzte, um sich selbst zu therapieren: „My favorite thing to practice was the song ‚Aaron Burr, Sir,‘ from ‚Hamilton‘ because it is jam-packed with R’s. And I said, ‚if I can keep up with Leslie in this track, then I am on my way to being able to say this R in a poem.“

Im Rahmen der Amtseinführung von Joe Biden trug Amanda ihr Gedicht „The Hill We Climb“ vor und wurde in kürzester Zeit weltberühmt. In einem gelben Prada-Blazer trat sie vor die Weltöffentlichkeit. Ihr früher und plötzlicher Ruhm führte auch zu ironischen Kommentaren. Amanda Gormans Biografie ändere sich alle zwei Wochen, scherzte ein Kommentator. Am Tag nach der Inauguration unterzeichnete sie einen Model-Vertrag. Alle Türen stehen ihr offen, und Amanda gibt an, Anwältin für Menschenrechte werden zu wollen. Wie heißt es doch in ihrem Gedicht:

„When day comes we step out of the shade,

aflame and unafraid

The new dawn blooms as we free it

For there is always light,

if only we’re brave enough to see it

If only we’re brave enough to be it“