Clint Eastwood

Münster, 6. Juni 2021

Clint Eastwoods Stuntdouble und -koordinator Buddy van Horn, mit dem er 44 Jahre lang zusammenarbeitete und Filmklassiker wie „Mystic River“ oder „Million Dollar Baby“ realisierte, starb im Mai 2021 im Alter von 92 Jahren. Eastwood selbst feierte vor Kurzem seinen 91. Geburtstag. Und doch dreht er noch jährlich einen Film. Im kommenden Oktober erscheint mit „Cry Macho“ die Geschichte eines alten Pferdezüchters und ehemaligen Rodeo-Stars. Sein Regiedebüt hatte Eastwood 1971 mit dem Psychothriller „Sadistico“. Einen Regie-Oscar erhielt er zwanzig Jahre später für den pessimistischen Spätwestern „Erbarmungslos“. An der Seite von Morgan Freeman und Gene Hackman spielt Eastwood einen ehemaligen Revolverhelden, der noch einmal zur Waffe greift. Sein Boxer-Drama „Million Dollar Baby“, in dem Hilary Swank in der Hauptrolle die Boxerin Maggie Fitzgerald darstellt, wurde ebenfalls mit dem Oscar für die beste Regie ausgezeichnet. Dieser bemerkenswerte Film behandelt das Thema Sterbehilfe auf prägnante Art und Weise.

Eastwood, der am Anfang seiner Karriere aus monetären Gründen noch Swimming Pools ausheben musste, wurde zuerst mit der Western-Fernsehserie „Rawhide“ bekannt. In den mittleren 1960ern war Italowestern-Regisseur Sergio Leone auf der Suche nach billigen Darstellern, da sein Budget zu gering ausfiel, um Stars wie Henry Fonda zu engagieren. Mit „Zwei glorreiche Halunken“, wohl einem der besten Western aller Zeiten, gelang Eastwood schließlich der internationale Durchbruch. Äußerst erfolgreich gestaltete sich auch das darauffolgende Jahrzehnt. „Dirty Harry“, ein Film, den man lieben oder hassen kann, verhalf Eastwood zum Status des Superstars.

Sein Regie-Stil ist nüchtern, pragmatisch und auf den Punkt. Auch seine Schauspielkunst kann als zurückgenommen, konzentriert und pointiert charakterisiert werden. Berühmt wurde Eastwood für sein „deadpan-Acting“, einer äußerst reduzierten Mimik, und für Sätze wie „Go ahead, make my day“ (Catchphrase aus „Dirty Harry – Sudden Impact“). Obgleich er gern den knorrigen, wortkargen Helden gibt, ist seine schauspielerische Performance von Empathie und oft von Melancholie geprägt. Das gilt auch für seine Arbeit als Regisseur. Epochal und zugleich berührend, wird sein umfassendes Werk fortbestehen und Generationen von Schauspieler*innen und Regisseur*innen inspirieren. Vor allem aber wird es vermutlich immer ein Publikum für Eastwoods einzigartiges Œuvre geben.