„Gigant der Virologie“

Münster, den 27. Mai 2020

Anna liest ihren Eltern weitere Meldungen über die Covid-19-Erkrankung bei Kindern vor, auch von einer Studie, die der bekannte Virologe Hülshoff durchgeführt hat. „Hülshoff!“, ruft Holger Schien aus, „der interessiert mich, zeig mal her“. Holger nimmt Annas Smartphone in die Hand und liest. „Wusstest Du, dass wir einen Leserbrief an die Leipziger Volkszeitung geschrieben haben?“, fragt Emma ihre Tochter. „Nein“, entgegnet diese, „woher sollte ich das wissen“. „In unserem Brief beziehen wir uns auch auf den berühmten Virologen, der für die meisten Deutschen ein Held ist, der aber auch extrem kritisiert und angegriffen wird. Uns hatte die Tatsache gerührt, dass Hülshoff offenbar Todesdrohungen erhält, deshalb haben wir ihn in unserem Schreiben erwähnt…“

Ich bin ein großer Fan des Professors“, erklärt Anna, und lauscht Holgers Worten. „Ende April legte das Team um den Berliner Virologen Hülshoff eine Studie vor, derzufolge Kinder, die mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert sind, genauso ansteckend sein können wie Erwachsene“, zitiert Holger Schien aus einem Online-Artikel, „die größte deutsche Boulevard-Zeitung greift Hülshoff offen an und kritisiert die, wie der Virologe einräumt, vorschnell veröffentlichte Studie. Das Blatt beruft sich auf Kollegen von Hülshoff und andere Wissenschaftler, die sich aber von dem Artikel distanzieren. Hülshoff werden von Seiten der Boulevard-Zeitung fragwürdige Methoden vorgeworfen.“

Davon habe ich gehört“, sagt Anna, „offenbar scheint die Studie über Corona bei Kindern gar nicht so falsch zu sein. Und einige der zitierten Forscher geben an, gar keinen Kontakt zu dem Boulevard-Blatt gehabt zu haben. Intuitiv würde ich sagen, dass man sich auf Professor Hülshoff verlassen kann. Ein Kollege nennt ihn einen „Giganten der Virologie“!“