Tödliche Bedrohung für indigene Völker

Münster, den 1. Mai 2020

Im Jahre 1492 kamen die Europäer nach Amerika, und schleppten Krankheiten ein. Zu dieser Zeit lebten dort etwa fünfzig Millionen Indigene, die von einem einfachen Schnupfen innerhalb von zwei oder drei Tagen getötet werden konnten. So kam es, dass Mitte des siebzehnten Jahrhunderts nur noch acht Millionen Ureinwohner übrig waren. Dieser Tage besteht zu befürchten, dass sich die Tragödie wiederholt, insbesondere bei isolierten Völkern.

Bei isolierten Völkern handelt es sich um Indigene, die noch nie außerhalb ihrer Gemeinschaften Kontakte hatten. Für diese z.B. in Südamerika lebenden Völker wäre eine Infizierung mit dem Corona-Virus das sichere Todesurteil. In Brasilien gibt es circa 114 dieser Gemeinschaften. Sie leben in den Wäldern des nördlichen Amazonasgebiets. Selbst Krankheiten wie Masern oder Röteln stellen eine tödliche Bedrohung dar, denn die isoliert Lebenden besitzen keine Antikörper.
Ärzte und andere Experten raten dazu, die Gemeinschaften in Ruhe zu lassen, um sie nicht der Gefahr einer Infektion auszusetzen. Dennoch gibt es Eindringlinge, wie Goldsucher, Bergbauunternehmer und Holzhändler, die auf die Gebiete der Indigenen vordringen.

Auch aufgrund der Politik des brasilianischen Präsidenten Jair Messias Bolsonaro, der die Goldgräber bei ihren Plänen, die Areale auszubeuten, unterstützt, steigt das Risiko für die isolierten Völker. Schon mehrfach kam es vor, dass Viren ganze Stämme auslöschten, etwa durch die Masern, oder auch Grippe-Infektionen, die tödliche Lungenentzündungen nach sich zogen. Dies kann, laut Expertenmeinung, nur durch eine konsequente Abschottung der Indigenen verhindert werden. Kontakte zu Weißen könnten fatale Folgen haben.