Dean Dixon

Münster, 10. Februar 2021

„Seine Lebensenergie war aufgebraucht“, sagten die Leute, als der Dirigent Dean Dixon 1976 an einem Herzinfarkt starb. Ein Leben lang hatte der gebürtige US-Amerikaner gekämpft, vor allem gegen rassistische Vorurteile. Denn Dixon war eine der wenigen afroamerikanischen Persönlichkeiten in der klassischen Musikszene.

Der immerwährende Lebenskampf hatte Dixon schließlich aufgezehrt. Wegen Ressentiments gegenüber seiner Hautfarbe hatte Dixon es in den USA nicht geschafft, eine dauerhafte Position einzunehmen, obwohl er zunächst die New Yorker Philharmoniker, dann das Philadelphia Orchestra und auch das Boston Symphony Orchestra als Gastdirigent leitete. Bald verließ er die Vereinigten Staaten und ging nach Europa; nach Schweden und schließlich nach Deutschland. 1970 kehrte er dann im Triumph nach Amerika zurück. Vor 75.000 Zuhörern durfte er im Central Park dirigieren und nahm als Ehrenbürger von New York den goldenen Schlüssel aus der Hand des Bürgermeisters entgegen. 1975 war Dixon auf Tour in Australien, musste aber viele Termine wegen Herzproblemen absagen. Er ging zurück nach Europa, und starb im Alter von 61 Jahren in der Schweiz. Dixon lebte intensiv, doch die Lebenskraft hatte er an einem gewissen Punkt verbraucht. So scheint jedem von uns eine solche bestimmte Energie zur Verfügung zu stehen, und wir müssen sorgsam darauf achten.