Gift

Münster, 1. März 2021

In unseren Körpern zirkuliert ein Gift, in unseren Köpfen, unseren Gedanken. Es ist das Gift der Lüge, das Gift der Täuschung. Wie tödliche Schleier legt es sich auf unser Denken, lähmt unsere Gefühle, zerstört unsere Liebe. Ein vergifteter Blumenstrauß steht vor unserer Tür, wir riechen an den bunten Blüten und sind verseucht. Das Gift fließt durch unsere Blutbahnen, wir nehmen es mit der Nahrung und den Abendnachrichten auf. Wir trinken es im Grundwasser, wir inhalieren es wie gesundheitsschädliches Nikotin. Das Gift ist überall und es war schon immer da, seit Menschengedenken. Wir sehen die Dinge nicht so wie sie sind. Wir sehen Abbilder, Trugbilder, Täuschungen. Was ist echt, was wurde von einem bösartigen Demiurg hergestellt?

Einzig und allein die Liebe, das Mitgefühl für alle empfindsamen Wesen, kann uns dabei helfen, das Gift loszuwerden. Denn im Angesicht der Liebe ist das Gift machtlos. Es wirkt nicht, da es den Hass braucht. Das Gift nährt sich durch den Hass, es vermehrt sich, wird stärker. Aber wir haben ein wirksames Gegenmittel. Das ist beruhigend.