Greta Gerwig

Münster, 6. April 2021

Auf die Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin Greta Gerwig wurde ich durch den wunderbaren Film „Frances Ha“ aufmerksam. In Schwarzweiß gehalten, wirkt Gerwig darin wie ein klassischer Filmstar, aus Hollywoods goldenen Zeiten. Tatsächlich ist Gerwig eine eigenwillige Schönheit zu eigen, die an Filmdarstellerinnen der 1920er erinnert. In der Dramedy „Frances Ha“, die Gerwigs Lebenspartner Noah Baumbach 2012 drehte, sind vor allem die – improvisierten – Dialoge bestechend. Kongenial spielt Adam Driver an Gerwigs Seite. Die Handlung ist überschaubar, der Film stellt das Leben der New Yorker Twentysomethings dar. Die Figur der Frances Halladay, einer erfolglosen Tänzerin, weist Züge eines Clowns auf. Gerwig beherrscht dieses clowneske Schauspiel perfekt und die Zuseher*innen werden von Witz und Tragik in Atem gehalten und emotional berührt. Gerwig und Baumbach, die, so ist zu lesen, seit 2019 gemeinsam an einem Drehbuch für eine „Barbie“-Verfilmung schreiben, ergänzen sich gut. Im Hinblick auf Baumbachs Regie-Stil nutzt Gerwig bei ihren Projekten die Möglichkeit, Improvisationen zu liefern. Diese an frühe Woody-Allen-Werke gemahnenden Independent-Streifen laufen unter dem Begriff „Mumblecore“. Es handelt sich um Low-Budget-Produktionen, deren Zurückgenommenheit zu einer Konzentration auf das Wesentliche führt.

Ihr Film „Lady Bird“, der Gerwig fünf Oscar-Nominierungen einbrachte, spiegelt ihre Meisterschaft als Regisseurin wider. Gerwig erklärt: „I tend to start with things from my own life, then pretty quickly they spin out into their own orbit.“

Da Gerwig dazu neigt, persönliche Erlebnisse und Charakterzüge in ihre Arbeiten einfließen zu lassen, wirken diese authentisch und mitreißend. Gerwigs Gesamtwerk sei jeder Filmfreundin und jedem Kinofan ans Herz gelegt.