Janis

Münster, 25. Januar 2021

Die Mitschüler nennen Janis „Schwein“ und „Freak“. Zum Abschlussball wird Janis nicht eingeladen, niemand fragt sie. Doch Janis singt, sie hat den Blues. Von einer Studentenverbindung wird Janis zum hässlichsten Mann (!) gekürt, doch Janis singt den Blues. Janis verlässt Port Arthur, Texas, zieht nach San Francisco. Die lokale Musikszene akzeptiert die Außenseiterin nicht. Janis singt und singt. Die Drogen lassen sie abmagern, so kehrt Janis nach Hause zurück. In Texas hält sie es nicht aus. Sie verliebt sich, doch es läuft nicht gut. Janis hat den Blues. Sie muss einfach singen, das College bietet keine Alternative. Also geht sie erneut nach San Francisco, findet Anschluss, hat eine eigene Band, Big Brother and the Holding Company. Sie vermeidet Drogen und Alkohol. Janis singt um ihr Leben. Auf dem Monterey Pop Festival dann der große Durchbruch, D.A. Pennebaker bannt Janis´ Performance auf Film. Janis trägt eine goldene Tunika und zieht das Publikum in ihren Bann. Columbia Records fragen an. Janis hat den „kozmic blues“. Dann Woodstock, Janis schießt sich Heroin, auf der Toilette und trinkt Hochprozentiges. Pete Townshend gibt zu Protokoll, dass Janis selbst dann fantastisch sei, wenn sie nicht auf der Höhe ist. 1970: eine Reise nach Brasilien, um clean zu werden. Janis verliebt sich erneut und ist glücklich. Im August setzt sie sich ihren ehemaligen Mitschülern und Klassenkameradinnen aus, beim zehnjährigen Klassentreffen in Port Arthur. Ein Filmer dokumentiert die Begegnung mit ihren früheren Quälern. Janis greift wieder zur Spritze. Am 4. Oktober 1970 wird ihr Leichnam im Hotelzimmer in Hollywood gefunden. Am 19. Januar 2021 hätte Janis ihren 78. Geburtstag gefeiert.