Lobende Worte…

Meine Experimenta-Kollegin Dr. Annette Rümmele äußert sich wie folgt über meinen Roman „Einst gemarterte Heilige“. Für die tiefgehende Auseinandersetzung mit meinem Buch bedanke ich mich sehr herzlich, liebe Annette!

„Die Geschichten der Offenbarungen durch die entsprechenden „Gesichte“ finde ich hochspannend und in gewisser Weise auch aktuell. Die Auseinandersetzung mit möglichen Reinkarnationen ist durchaus gültig, denn die Frage danach `woher komme ich, wohin gehe ich`, stellen sich viele Menschen. Die Aufarbeitung der Vergangenheit, das Versenken in alte Welten und Zeiten und die Verknüpfung mit einer möglichen Zukunft ist hochbrisant und spannend.

Natürlich stellt sich sofort die Frage, gibt es den Maler Hugo Wilhelm und das Polyptychon? Ich gehe davon aus, ja, auch wenn ich keinen eindeutigen Hinweis im Internet finden konnte. Auch, dass du von einem solchen Bild zu dieser Geschichte inspiriert wurdest.

Falls nein, was letztlich keine Rolle spielt, dann ist dies ein hervorragender Trick, diese Figuren miteinander zu verbinden und sie in dem rasanten Finale zu einer letzten Ruhestätte zu begleiten. Das gefällt mir außerordentlich gut und zeigt mir, wie tief du in die einzelnen Seelen eingedrungen bist und nach einer „Erlösung“ für die Gemarterten suchst.

Besonders gefallen haben mir die beiden Figuren Keven und der Philosoph Leonhard von Hagelstein. Das ist „science fiction“ wie ich sie noch nicht gelesen habe – neu und innovativ! Die Geschichte von Rosa und Keven, dem Motorradgang-Boss, der (…) an der Liebe scheitert, ist gekonnt! Auch hier das überraschende Finale – Kevin und Rosa müssen die Zeit-Epoche wechseln, um leben zu können. Respekt!

Die Gesichte des Philosophen sind spektakulär und hochinteressant, steckte er doch, während einer Kriegsverletzung wahrgenommen, in dem Körper einer (…) Sängerin. Die wissenschaftliche Herangehensweise des Traumtagebuchs, seine Zweifel an seiner (…) Liebe, die Begegnungen mit dem bereits toten Frederic – z.B. in Form seines Schülers – überhaupt dessen Suizid nach der Lektüre eines brisanten Buchs und sein eigener Tod unter Raben, das ist ausgesprochen spannend in der Historie und schlüssig erzählt. Diese Geschichte verbindet vieles.“

„Einst gemarterte Heilige“ – Der Roman erscheint!

Jens-Philipp Gründler – Einst gemarterte Heilige
Ein philosophischer Science-Fiction-Roman
 
In miteinander verwobenen Episoden beschreibt der Münsteraner Autor Jens-Philipp Gründler, wie
die Seelen von in der Vergangenheit zu Tode gekommenen, aber auch in der Zukunft lebenden
Heiligen in der gegenwärtigen Welt in Erscheinung treten.
 
So stellt der Philosoph Leonhard Hagelstein während des Ersten Weltkriegs fest,
dass in seinem Körper nicht nur seine eigene Seele haust, sondern auch die
einer amerikanischen Sängerin. Daraufhin widmet sich der Denker der Protokollierung seiner
Gesichte. Er identifiziert die Seele als aus dem Jahre 2017 stammend, wobei seine
persönlichen Erinnerungen immer deutlicher mit den aus der Zukunft kommenden Eindrücken
verschmelzen.
 
Sieben Kapitel handeln von den Lebensläufen dieser ungewöhnlichen Figuren, die
mit der Tatsache konfrontiert werden, schon einmal gelebt zu haben und darüber hinaus über
Erinnerungen aus künftigen Zeiten verfügen.
 
Schließlich finden die gemarterten Seelen Erlösung, gelingt es dem Bochumer Maler Hugo Wilhelm
doch, das Unbegreifliche in seinen Ölbildern zu bannen und auf diese Weise den Seelen eine letzte
Ruhestätte zu bieten.
 
Apex-Verlag München
 
E-Book (ISBN: 978-3-7554-0677-8), VK-Preis: 5,99 – 174 Seiten
Paperback (ISBN: 978-3-7549-4687-9), VK-Preis: 9,99 – 192 Seiten
Hardcover (ISBN: 978-3-7549-4689-3), VK-Preis: 18,99 – 180 Seiten

Rezension zu „Alles steht still“

Alles steht still

Der neue Erzählband von Jens-Philipp Gründler


Eine Rezension von Rüdiger Heins


„Ihm selbst war es erst spät im Leben geglückt, Liebe zu empfinden“ Jens Philipp Gründlers Protagonist Herbert Sendemann – sein Name ist Programm, – sinniert in der Titelgeschichte „Alles steht still“ auf dem Sterbebett über sein Leben. Der Alt Kommunarde, dessen real existierendes Vorbild wohl der schillernde Münchner „Ex Kommunarde“ Rainer Langhans ist, tröstet seine Schüler, die sich um sein Sterbebett versammelt haben, mit Aphorismen und gelegentlich mit Haiku Gedichten aus „halbgeöffnetem Mund.“
Mit seinem bei EDITION MAYA erschienenen Erzählband, dessen Titel vermutlich auch auf die coronalen Ereignisse der Gegenwart anspielt, geht der Münsteraner Redakteur und Autor auf eine, wie ich meine, gründliche Spurensuche nach unentdeckten Geschichten, die sich literarisch aufbereitet, zu einem Zeitzeugnis entfalten.
Wer die journalistischen und literarischen Spuren des Jens-Philipp Gründlers kennt, wird feststellen, dass er neben präzisen Hintergrundinformationen immer auch Geschichten erzählt, denen es an Textdynamik und Spannungsebenen nicht mangelt. Daran mangelt es auch dem Alt 68er Sendemann nicht. Der Protagonist der Titelgeschichte, Herbert Sendemann, wird mit einer geradezu feingeschliffenen Präzision gezeichnet. Hier bildet Jens-Philipp Gründler die Figur des Langhans nach und transformiert sie nahtlos in die Figur Sendemanns (auch hier wiederum eine versteckte Anspielung: Aus Sensemann wird Sendemann)


Seine „geniale“ Schreibtechnik hat Gründler bereits in vielen Ausgaben des Literatur- und Kunstmagazins eXperimenta, bei dem er Redakteur ist, gezeigt. Mit fachlich fundierten Essays, besonders in seiner eigenen Musik Rubrik „Sound Voices“ ist er einem breiteren Publikum kein Unbekannter mehr.
Als Mitherausgeber des Corona-Tagebuches, das im November 2021 erschienen ist, publiziert er erstmalig mit seinem Erzählband bei EDITION MAYA.
Wenden wir uns einer anderen Erzählung Gründlers im zu. Etwa Janice, die aufgrund ihrer körperlichen Veränderung von ihren Mitschülerinnen stigmatisiert wurde. Janice nahm während der Sommerferien an Gewicht zu und hatte, was ihre ohnehin schon schwierige Lage noch verschärfte, im Gesicht mit Akne zu kämpfen. Die äußeren Anfeindungen ihrer Klassenkameraden – übrigens Gründler gendert nicht, das macht seine Erzählungen zu einem wohltemperierten Lesegenuss – trieben Janice immer tiefer in eine selbst erwählte Situation. Sie kreiert sich eine ureigene Welt, in der sie „im zarten Alter von vierzehn Jahren malte, dichtete, sang …“
Schließlich lädt keiner der Jungs sie zum High School Abschluss Ball ein. Dennoch darf Janice einer ihrer Gedichte vortragen. Gekonnt gelingt es dem Autor die Geschichte der Janice, die tragisch und komisch zu gleich ist, in Szene zu setzen.
Jens-Philipp Gründler ist mit seiner auktorialen Erzählperspektive in bester Gesellschaft von Autoren wie Paulo Coelho, Heinrich Böll oder Hermann Hesse.
Mit dem auktorialen Erzähler führt Gründler seine Leserschaft (bemerken Sie wie ich das Gendern umgehe?) Mühelos und mit einer literarischen Raffinesse durch die Textkulisse.
So auch in der Shortstory „Der Fischer von Chania.“ Hier gelingt dem Autor der Spagat von der auktorialen in die personale Perspektive zu switchen, die aus dem „Ich“ erzählt. Damit erzeugt er eine gewisse erzählerische Tiefe, die nach mehr verlangt. Oder wie es einer der Protagonisten Gründlers sagen würde: „Du kannst nur warten, bis …“


Jens-Philipp Gründler
Alles steht still
edition maya
978-3-930758-62-3
20 €

„Alles steht still“ ist erschienen!

In meinem Erzählband „Alles steht still“ sind Erzählungen versammelt, die sich um die Zwischenbereiche der menschlichen Existenz drehen. Es geht um metaphysische Grauzonen, wie Tod und Leben nach dem Tod, es geht um Unsterblichkeit und um rätselhafte Dinge, die im Zwielicht geschehen. In dem Erzählband, dessen Titel als Anspielung auf die Corona-Pandemie verstanden werden darf, versuche ich auf unterhaltsame Weise, das Unbegreifbare in Worte zu kleiden. Die Titelstory „Alles steht still“ erzählt etwa von einem gealterten Guru, der trotz jahrelanger Meditation und geistiger Übung die Angst vor dem Tode nicht zu überwinden vermag.

Weitere Infos:

EDITION MAYA, broschiert, 101 Seiten, ISBN 978-3-930758-62-3