
Agenda Verlag Münster, Juni 2025.
Nachtumweht
Mit diesem rätselhaften, mystischen Wort im Fokus wird im vorliegenden Band ein eigentlich unerklärlicher Zwischenzustand des menschlichen Daseins in poetischer und malerischer Form erörtert. Jens-Philipp Gründlers subtile Kurzprosa und Michael Blümels unverwechselbare Aquarelltusche-Zeichnungen veranschaulichen ein breitgefächertes Spektrum existentieller, philosophischer wie auch politischer Themen, die mal humorvoll und mal kritisch dargelegt werden. Viele Texte sind geographisch in Westfalen verortet. Es geht unter anderem um eine zu Schulzeiten gemobbte, heutzutage weltberühmte Fotografin, einen zum Veganismus neigenden, dichtenden Metzger und einen TV-Zyniker, der Impfungen kategorisch ablehnt. Im Kern enthalten die Kurzgeschichten unzeitgemäß erscheinende, moralische Sachverhalte. Widersprüchliche Charaktere nehmen den (Über-)Lebenskampf auf, um sich der am Ende siegreichen Liebe zuzuwenden. Vermittels mitreißender Schilderungen von Einzelschicksalen, zwischen Tragödie und Komödie oszillierend, wird insbesondere von ausgegrenzten, gesellschaftlich unsichtbar gemachten Minderheiten berichtet.

EDFC – Erster Deutscher Fantasy Club, Passau 2024.
Flüssige Schwerter (Neuausgabe)
Kurzgeschichten aus den Jahren
2012 bis 2015
Fantasia 1132e – Magazin für Phantastik

Brot & Spiele Verlag Wien, März 2023.
Das Schweigen der Gedanken
„Wenn sie dir das Gift geben, ist es längst zu spät…“, wird ein auf seine Hinrichtung wartender Gefangener gewarnt. In der Titelstory bereitet ein mexikanischer Schamane den Todeskandidaten Beatus auf das Sterben vor. Seinen Gedankenstrom müsse er zum Schweigen bringen, bevor der Tod eintritt. Nur so könne er seine Seele in die Ewigkeit retten. Wird es dem zum Tode Verurteilten gelingen, seine Seele vom Körper zu trennen, um auf diese Weise erlöst zu werden? In tragikomischen Geschichten erzählt Gründler von rätselhaften, wild entschlossenen Charakteren, die um ihr fragiles Dasein kämpfen – auf Leben und Tod.

Apex Verlag, München 2022.
Einst gemarterte Heilige
In miteinander verwobenen Episoden beschreibt der Münsteraner Autor Jens-Philipp Gründler, wie die Seelen von in der Vergangenheit zu Tode gekommenen, aber auch in der Zukunft lebenden Heiligen in der gegenwärtigen Welt in Erscheinung treten.
So stellt der Philosoph Leonhard Hagelstein während des Ersten Weltkriegs fest, dass in seinem Körper nicht nur seine eigene Seele haust, sondern auch die einer amerikanischen Sängerin. Daraufhin widmet sich der Denker der Protokollierung seiner Gesichte. Er identifiziert die Seele als aus dem Jahre 2017 stammend, wobei seine persönlichen Erinnerungen immer deutlicher mit den aus der Zukunft kommenden Eindrücken verschmelzen.
Sieben Kapitel handeln von den Lebensläufen dieser ungewöhnlichen Figuren, die mit der Tatsache konfrontiert werden, schon einmal gelebt zu haben und darüber hinaus über Erinnerungen aus künftigen Zeiten verfügen.
Schließlich finden die gemarterten Seelen Erlösung, gelingt es dem Bochumer Maler Hugo Wilhelm doch, das Unbegreifliche in seinen Ölbildern zu bannen und auf diese Weise den Seelen eine letzte Ruhestätte zu bieten…

Edition Maya, Bingen am Rhein, 2021.
Alles steht still
In Jens-Philipp Gründlers Erzählband „Alles steht still“ sind Erzählungen versammelt, die sich um die Zwischenbereiche der menschlichen Existenz drehen. Es geht um metaphysische Grauzonen, wie Tod und Leben nach dem Tod, es geht um Unsterblichkeit und um rätselhafte Dinge, die im Zwielicht geschehen. In seinem Erzählband, dessen Titel als Anspielung auf die Corona-Pandemie verstanden werden darf, versucht der Autor auf unterhaltsame Weise, das Unbegreifbare in seinen Texten zu bannen. Die Titelstory „Alles steht still“ erzählt etwa von einem gealterten Guru, der trotz jahrelanger Meditation und geistiger Übung die Angst vor dem Tode nicht zu überwinden vermag.

EDFC – Erster Deutscher Fantasy Club, Passau 2019.
Das Seelenportal
Inhaltsverzeichnis:
Das Seelenportal S. 1 – 11
Schädel mit brennender Zigarette S. 11 – 24
Gryphus S. 25 – 33
Im Zwielicht S. 34 – 40
Schwarzer Monolith S. 41 – 47
Destruktion S. 48 – 67
Das stehende Jetzt S. 68 – 83
Das Metaphysikum S. 84 – 95
Die Totenstadt Monasteria S. 96 – 114
Der Schutzmantel S. 115 – 121
Maryams Mission S. 122 – 125
Josephine S. 126 – 129
Empedokles oder Der Tod reist mit S. 130 – 145

Beyond Affinity Verlag, Ibbenbüren 2015.
Glaspyramide
Anna Ließ strich ihre silbrigen Haarsträhnen aus dem Gesicht, die mit der bronzenen Farbe ihrer Haut auf harmonischste Weise korrespondierten. Heute hatte Anna Ließ ihre letzte Skulptur fertiggestellt, Tee trinkend saß die Künstlerin auf einem niedrigen Schemel und begutachtete ihr Werk. Es handelte sich um eine Büste nach antikem Vorbild, die den Philosophen Platon zeigte. Platons Philosophie hatte für Anna Ließ zeitlebens eine große Bedeutung gehabt, seit sie zum ersten Mal, im Alter von zwölf Jahren, Politeia gelesen hatte. Anna Ließ griff sich ihren Tabakbeutel, der eine spezielle Mischung enthielt und dessen Inhalt von der Bildhauerin eigenhändig angebaut worden war. Dem Beutel entnahm Anna Ließ einen daumengroßen Karton mit Drehblättchen. Das Drehen von Zigaretten war ihr in Fleisch und Blut übergegangen, beinahe automatisch formte die distinguierte Siebenundneunzigjährige ein wohlgeratenes Tabakstäbchen, welches sie sogleich entzündete. Dichter Rauch trat vom Ende des Röllchens her aus und Anna Ließ inhalierte den graublauen Dunst tief. Kurz wurde die feingliedrige Seniorin von einem rasselnden Husten erfasst. Sie nahm einen großen Schluck vom Earl Grey-Tee und ihr Raucherhusten war verschwunden. Noch einmal betrachtete Anna Ließ eingehend die Büste von Platon. Revolutionär waren die Werke der alten Dame vor allem, weil sie klassische, antik anmutende Elemente mit postmodernen Medien kombinierte. Auch die Platon-Büste hatte an der Stelle, wo eigentlich die Augen hätten sitzen müssen, ein offenes Rechteck, in welches Anna Ließ einen kleinen LCD-Monitor eingebaut hatte. Jetzt drückte Anna Ließ auf den Knopf ihrer Fernbedienung und der selbstgedrehte Film lief langsam ab. In verwackelten Bildern stellte der sich ständig wiederholende Kurzfilm die Reise der Seelen zur kristallenen Pyramide dar, wie sie in Platons Schrift Politeia geschildert wird. Für den Film hatte Anna Ließ zwölf Kong-Ming-Laternen in einer gläsernen Pyramide aufsteigen lassen. Auf den chinesischen Papierlichtern, die aufgrund der Wärme von Flammen in die Höhe getrieben wurden, prangten die Gesichter der besten Freunde von Anna Ließ. Diese waren in den Jahren zuvor verstorben. In der Spitze des Glasdreiecks war ein Brunnen installiert und die Laternenlichter wurden gelöscht, sobald sie mit dem Wasser in Berührung kamen. Alle zwölf Laternen flogen eine Weile innerhalb der Pyramide herum und erreichten dann den Endpunkt, wo das Feuer in ihrem Innern erlosch und die papiernen Hüllen auf den Boden des geometrischen Glaskörpers glitten.
Auszug aus der Titel-Story »Die Spitze der Glaspyramide«

Edition Bärenklau, Berlin 2015.
Flüssige Schwerter (nicht mehr erhältlich)
Von schattenhaften Wesen verfolgt, erforscht die Physikerin Virgo ihre Traumwelten, um schließlich ganz real gegen die dunkle Bedrohung anzugehen. Im keltischen Hügelgrab Newgrange stellt die Dublinerin ihre Gegnerin, die vermeintlich unbezwingbare, mit flüssigen Schwertern fechtende Vampirkönigin. Dabei steht Virgo ihr ehemaliger Fechtmeister und Mentor Cohn zur Seite. Dieser lehrte sie einst, dass Traum und Wirklichkeit eng miteinander verknüpft sind und assistiert seiner Schülerin beim finalen Gefecht.
Am Grabe seines 1840 verstorbenen Freundes Friedrich beschwört der junge Tübinger Glasenapp dessen Geist und findet sich plötzlich über hundert Jahre später in der Zukunft wieder. Im Jahr 1977 trifft Glasenapp auf seinen Verwandten Helmuth sowie auf einen von Gewalt dominierten Volksaufstand. Zusammen demonstrieren die Sprösslinge einer schwäbischen Familiendynastie gegen die Atom-Politik der Regierung Schmidt, doch die Lage eskaliert als Helmuth sich mit Benzin übergießt. Wird Helmuth überleben und Glasenapp den Weg zurück in die Vergangenheit weisen?
Hans Mago, gebürtiger Puerto Ricaner, reüssiert als Zauberer und Aktionskünstler nicht nur in der feinen Gesellschaft von New York. Vielmehr versteht sich der Mentalist darauf, das Publikum auf den Straßen und schließlich in der ganzen Welt durch atemberaubende Spektakel für sich zu gewinnen. Der große Mago verbringt zwei Wochen mit wilden Löwen in einer Erdgrube, balanciert vier Tage lang auf einer hundert Meter hohen Säule auf dem Times Square und lässt sich in einen Eisblock einschließen. Überschätzt Mago seine Kräfte aber, als er ein Dutzend Tage in einer mit Wasser gefüllten Glaskugel verbringen will?

Edition Bärenklau, Berlin 2015.
Rebellen des Lichts (nicht mehr erhältlich)
Der mit dem zweiten Gesicht begabte Dichter Julian Löwenstein befindet sich auf der Flucht vor Ghouls, vampirartigen Schattenherrschern, welche im diktatorischen Moloch Labbe die Fäden ziehen. Aus seinem Elternhaus vertrieben, begibt sich der junge Telepath auf eine Odyssee nach Bielheim, einer idyllischen Hippie-Siedlung, wo er sich einer spirituellen Ausbildung beim Druiden Christian unterzieht. Seine telepathischen Fähigkeiten entwickelt Julian so weit, dass er mit anderen Rebellen des Lichts an mentalen Operationen teilnehmen kann, um die von den Ghouls versklavten Menschen in Labbe zu befreien.
Welche Rolle aber spielt Julians Vater, ein ranghoher Militär? Dient Roman Löwenstein dem finsteren Ober-Ghoul Daniele Bregen und beteiligt sich an der Jagd auf seinen hellsichtigen Sohn? Zusammen mit Cara, der Druidentochter und Geliebten von Julian Löwenstein, infiltriert dieser das Höhlenbunkersystem in der Wüste Samsara. Wird es ihnen gelingen, den sich dort verbergenden Daniele Bregen auszuschalten?